Seite zuletzt bearbeitet: 27.08.2017

Konzertprogramm von Sorin Creciun im Coselpalais, Dresden

Veröffentlicht: 27.08.2017

General Friedrich August von Cosel erwarb 1762 zwei Grundstücke an der Frauenkirche und ließ von Oberbaumeister Julius Heinrich Schwarze auf den Resten des alten Pulverturms ein Palais errichten. 1764 war der Prachtbau fertiggestellt und erlebte eine wechselvolle Geschichte: Er beherbergte Mietwohnungen oder das "russische Hotel" und war bis 1901 Dienstgebäude der Polizei. Durch die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 wurde das Coselpalais zerstört. Nur die Torhäuser konnten erhalten werden. Sie wurden von 1973 bis 1975 restauriert. Erst 1998 bis 2000 erfolgte die Rekonstruktion des Hauptgebäudes. Der Festsaal, in dem die Klavierabende stattfinden, befindet sich im ersten Stock. Die großen Saal-Fenster bieten einen fantastischen Blick auf die Frauenkirche.

F. Chopin (1810-1849): Polonaise Heroique As-Dur op. 53


Chopins virtuose Polonaise As-Dur op. 53 entstand im Jahr 1842. Sie ist dem Bankier August Léo gewidmet, in dessen Salon Chopin oft verkehrte.
Im ersten Teil der Polonaise finden sich brilliante Läufe, Triller und schwierige Sprünge. Sieben wuchtige Akkorde leiten den Mittelteil ein: Ein fanfarenartiges Thema schwebt über rasend schnellen Oktavparallelen der linken Hand und wird dynamisch gesteigert, schließlich wiederholt sich der erste Teil.
August Léos Frau Sophie schreibt über die Besuche Chopins: „Wer Chopin nicht kannte, wird sich nie ein ähnliches Wesen denken
können, nicht denken können, zu welcher Begeisterung die Seele, noch vor der Erlösung aus irdischer Hülle, sich erheben kann; wer seine
Compositionen nicht von ihm selbst spielen hörte, wird nie eine Vorstellung bekommen, auf welche Weise die reinste Inspiration ganz ohne Rücksicht auf Gebrauch, auf Lob oder Tadel sich von den Flügeln des Genies tragen läßt. Er war nur er, gewiß der erste, wahrscheinlich ewig der einzige in seiner Art.“

Joh. Strauss/S. Creciun: Frühlingsstimmen-Walzer


Der Frühlingsstimmen-Walzer entstand im Jahr 1883 als Gesangswalzer für die Opernsängerin Bianca Bianchi. In der Musik spiegelt sich die Freude über die Wiederkehr des Frühlings. Johann Strauss (1825-1899) widmete seinen Walzer dem Pianisten Alfred Grünfeld und bemerkte über die Interpretation des Walzers durch Grünfeld: "Weißt du, so schön wie du ihn spielst, ist der Walzer eigentlich gar nicht". Ganz in der Tradition von Alfred Grünfeld fügt Sorin Creciun in seiner Transkription virtuose Elemente hinzu und macht den frischen Frühlingsstimmen-Walzer zu einem pianistischen Bravourstück.

A. Grünfeld/Joh. Strauss: Soirée de Vienne - Konzertparaphrase über Johann Straußsche Walzermotive (aus „Fledermaus“ u.a.) op. 56


Der Pianist und Komponist Alfred Grünfeld (1852-1924) zählte zu den berühmtesten Pianisten seiner Zeit. Die Konzertparaphrase über Johann Straußsche Walzermotive op. 56 ist das bekanntestes Klavierwerk Grünfelds und ein Prüfstein für jeden Pianisten.

J. S. Bach (1685-1750): Aus dem Wohltemperierten Klavier, Präludien C- Dur WTK I und D-Dur WTK II

In seiner Sammlung von zwei mal 24 Präludien und Fugen leitet Bach den Spieler durch alle 12 Tonarten in Dur und Moll. Zu den bekanntesten Präludien zählen die in C-Dur aus dem ersten Teil und D-Dur aus dem zweiten Teil des wohltemperierten Klaviers.
Am 1. Dezember 1736  war Johann Sebastian Bach zu Gast in Dresden. Er spielte an der neuen Silbermann-Orgel der Dresdner Frauenkirche ein Konzert als Dank für seine Ernennung zum „Churfürstlich-sächsischen und Königlich-Polnischen Hofcompositeur“.
 

P. I. Tschaikowski (1840-1893): „Die Jahreszeiten“ op. 37a, Juni - Barcarole


Tschaikowski komponierte die Jahreszeiten von Dezember 1875 bis Mai 1876 im Auftrag des Verlegers Nikolai Bernhard. Den zwölf Charakterstücken sind jeweils die Monate zugeordnet. Den Monat Juni komponierte Tschaikowski im Stil eines venezianisches Gondellieds in vollendeter Melancholie.

F. Liszt (1811-1886): Rhapsodie espagnole


Während Franz Liszt ungarische Rhapsodien in Serie komponierte, blieb seine spanische Rhapsodie ein Einzelstück. Ihr liegen zwei alte spanische Tänze zu Grunde: Liszt variiert im ersten Teil die "Folia", im zweiten Teil "La Jota Aragonese". Die Rhapsodie Espagnole entstand 1863 in Rom. 18 Jahre nach seiner Konzerttournee durch Spanien und Portugal erinnerte sich Liszt an diese spanischen Melodien und schuf eines seiner virtuosesten Meisterwerke.